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Freitag, 23. April 2010

005-035 Wozu

 

Wenn du mich
haben willst
mußt du
ganz anders werden.
Sagte die Frau.
Und der Mann
veränderte sich
zusehends.
Er machte Überstunden
bemühte sich um
Beförderung
belegte einen Rhetorikkurs
und sprach plötzlich
eine ganz andere Sprache.
Da wollte die Frau
ihn nicht mehr
weil sie ihn nicht mehr erkannte.

Freitag, 12. März 2010

005-034 Seifenblasen

 

Zerbrechliche Gebilde
schillernder Farbigkeit
in steter Bewegung.
Beneidenswerte Leichtigkeit
dem jeweiligen Wind
ergeben.
Durch dich geboren
in Form und Richtung
deinem Wollen
unterworfen.
Immer zu mehreren
davonschwebend
im Strudel
beglückender Farbenlust
tänzelnd
im Taumel
ungezielter Glückseligkeit.
Wie ein zärtliches Wispern
beim Abflug
und immer noch
wie ein Hauch
wenn die
gläserne Wonne
zerbricht.
Schönheit
aus Freude geboren
und ohne Wiederkehr.

Mittwoch, 17. Februar 2010

005-033 Vogelleicht

 

Wär' ich
ein Vogel
ich wüßte
was ich täte.
Doch als ich
ein Vogel wurde
erschrak ich
über das
was ich
von oben sah.

Freitag, 22. Januar 2010

005-032 Verlust

 

Ich halte
meinen Luftballon
so fest ich nur kann.
Aber
wahre Freude
spüre ich erst
wenn ich ihn
davonschweben sehe.

Dienstag, 29. Dezember 2009

005-031 Und trotzdem

 

Zwischen uns war
alles aus.
Aber in meinen Gedanken
und vor allem
in meinem Herzen
bist du
immer gegenwärtig.
Vorbei ist
der zermürbende Krieg
die im Zorn
gesprochenen Worte
die Angst
einander
verlieren zu können.
Ich gehe
durch deine Straße
atme deine Luft
teile mit dir
die Atmosphäre
die Ausstrahlung
dieser Umgebung.
Und immer
wenn ich deiner Wohnung
näherkomme
schaue ich hinauf
zu den Fenstern
und erfreue mich
an dem warmen Ton
der Lichter.
In diesen Momenten
gehört mir
das ganze Gefühl
spüre ich deine Liebe so
wie ich sie mir damals
für immer
gewünscht hatte.
Ich werde noch lange
durch diese Straße wandern
die deine
und noch immer meine ist.

Ich liebe dich doch...

Freitag, 4. Dezember 2009

Mittwoch, 11. November 2009

005-029 Tod in der Großstadt

 

Eine Frau hat sich
aus dem Fenster gestürzt.
Die Straße war fast leer
als es geschah.
Nun liegt sie tot
auf dem Pflaster.
Um sie herum bildet
sich eine Menschentraube -
eben noch war sie
ganz allein
und niemand war bei ihr.
Sie kann
nicht mehr hören
daß die Herbeigelaufenen
in eine erregte Diskussion
geraten sind
ob ihr Tod
sein mußte
oder nicht.
Die Leute
sehen ihr Äußeres an
und glauben
daß sie alles besaß
was man sich nur wünschen kann.
Ganz sicher
hat ihr doch aber
im rechten Moment
ein Mensch gefehlt.

Samstag, 24. Oktober 2009

005-028 Streßbewältigung

 

Ich habe
den ganzen Streß
satt
sagte die Frau
setzte sich
ihren besten Hut auf
und schlüpfte
nur kurz
in eine andere Rolle.

Ich gehe mal eben
Zigaretten holen
sagte der Mann
und die Frau
wollte
sieben Jahre lang
nicht glauben
daß es ihm gutgehe,
weil sie nicht mehr erkannte.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

005-027 Am Strand

 

Versonnen
bohre ich
meine Füße
in den warmen Sand
spüre
wie er nimmermüde
seinen Weg
durch meine Zehen bahnt.
Ausgefüllte Zwischenräume
endlich tun
was mir gefällt.
Nichts hält mich auf
und ich staune
so glücklich zu sein.
Endlich
endlich Frieden.

Mittwoch, 23. September 2009

005-026 Stille am Hafen

Stille am Hafen.
Der morsche Kahn
liegt wankend im Schlick.
Welle um Welle
umspült
seine rissigen Planken.
Ausgedient.
Verrottet.
Halb vergessen?
Am Abend jedoch
kommst du vorbei
setzt dich
auf die schwankenden
Bretter der Mole
und schaust hinüber
zu deinem alten Kahn.
Die gigantischen Hotelbauten
am Horizont
scheinen
im aufkommenden Wind
melodisch zu nicken.
Sie spüren und verstehen
diese unvergleichliche Liebe
zwischen dir
und deinem alten Freund
dem Boot.
Eine Welle
streichelt platschend
darüber hinweg
und morgen
kommst du schon wieder.
Die untergehende Sonne
wird mit sanften Farben
Zufriedenheit
auf alle Gesichter malen
und dann
kehrt wieder
Stille am Hafen ein.
--
Adele
adeles.lyrik054421.1.092809@lr78.com

Dienstag, 8. September 2009

005-025 Die Farben der Liebe

Du fragst
warum ich dich liebe.
Das weiß ich genau
sage ich
und male
voller Liebe
Farben in den Sand.

Sonntag, 16. August 2009

005-024 Unmißverständlich

Die Frau fragt:
Liebst du mich eigentlich noch?
liebst du mich eigentlich
liebst du mich
liebst du?
Der Mann sagt:
Laß mich doch endlich in Ruhe
laß mich doch endlich
laß mich doch
laß mich
laß.
Und die Frau erwidert:
Siehst du, es ist wie immer.
Ich weiß nie, woran ich bin.

Freitag, 10. Juli 2009

005023 Der Augenblick

Ich laufe
bei strömendem Regen
draußen herum.
Der Tag
ist einer von dieser
trostlosen feuchtkalten Art.
An einer Ampel
muß ich lange
auf GRÜN warten
und beim Überqueren
der Straße
begegne ich DIR.
Nur ein Augenblick -
doch ich ahne:
DU könntest es sein!
Aber unsere ewige Hast
gibt uns keine Chance.
Du tauchst
unter
in der Menschenmenge
und der Regen
spült meine Einsamkeit
gleich mit
in den Rinnstein.

Sonntag, 14. Juni 2009

005022 Niemand

Mach doch mal
etwas aus dir
höre ich dich
so oft sagen.
Ja heißt das denn
daß ich so
garnichts bin?

Montag, 18. Mai 2009

005-021 Jahresende Jahresbeginn

Ich ziehe Bilanz
und sie geht
mal wieder nicht auf.
Wie immer eben.
Doch
mit aller Kraft
werfe ich
mein Jahresrad
wieder an.
Schwergängig ist es
weil mir
der Mut fehlt
mir helfen zu lassen.

Freitag, 24. April 2009

005-020 Ein bißchen Neid

ich bin
entsetzt
über
deinen Leichtsinn
und habe
doch
nur Angst
selbst
zu kurz zu kommen.

Montag, 30. März 2009

005-019 Mut

Ich möchte
endlich einmal
über meinen Schatten
springen
und bei jedem Versuch
stolpere ich
und lege mich daneben.

Freitag, 6. März 2009

-5-18- Abschiedsmelodie

Allein am Hafen.
Wind spielt in meinem Haar.
Die Gedanken bei dir
auf dem Schiff
das dich fortträgt
von mir.
Unsichtbare Ängste
greifen nach mir
wie ich so dastehe
versunken
in die Gedanken
die den Abschied von dir
immer unnachgiebiger
wiederholen.
Wird deine Wiederkehr
auch so ergreifend
für mich sein?
Ich möchte dir nachwinken
aber ich werde für dich
nur ein Punkt sein
ein Nichts irgendwo am Kai.
Wind spielt in meinem Haar
und ich tauche ein
in die Ohnmacht
der Verlorenheit.
--
Adele
adeles.lyrik120149.1.031109@lr78.com

Dienstag, 3. Februar 2009

-5-17- Mein Mann

Er soll schön sein
er soll reich sein
er soll jung sein
er soll erfahren sein
er soll nett sein
er soll klug sein
er soll witzig sein
er soll erfolgreich sein
er soll treu sein.
Ich gehe
ins nächste Geschäft
und lasse mir
Marionetten zeigen.
Er wird mein sein.
Er wird mein.
Er wird.
Er und ich.
Er wird höflich sein
sonst nichts.

Montag, 12. Januar 2009

-5-16- Junge Liebe

Du hast mich
zu dir gelassen.
Deine Arme
umfangen mich
und dein Mund
verspricht Seligkeit.
Ich versinke in dir
und du gibst mir
Antwort
auf alles Bangen.
Alle Träume
gelebte Phantasien
sind nun
wie ausgelöscht.
Nur du
bist jetzt wichtig.
Die Sonne
verläßt ihre Bahn
und die Nacht
schaut in unser Fenster.
Ich halte dich
in meinen Armen.
Glückseligkeit
zwischen Beteuerungen
Taumel
im Wandel
meiner jungen Gefühle.
Ich begrüße
den neuen Morgen
und bin
zum ersten Mal
nicht allein.
--
Adele
adeles.lyrik014309.1.011709@lr78.com